Award Patientendialog 2026: DRF Luftrettung auf Platz 1

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Preisträger-Siegel Award Patientendialog 2026

Die Jury zeich­net Pro­jek­te aus Luft­ret­tung, Pfle­ge und Chir­ur­gie aus – und eine App, die nach der gene­ti­schen Bera­tung wei­ter­be­glei­tet.

Haar, 27. Okto­ber 2026 – Die Preis­trä­ger des Award Pati­en­ten­dia­log 2026 ste­hen fest. Die unab­hän­gi­ge Fach­ju­ry hat die DRF Luft­ret­tung auf Platz 1 gewählt. Platz 2 geht an das Pfle­ge- und Prä­ven­ti­ons­zen­trum (PPZ) der DRK Kli­ni­ken Ber­lin Köpe­nick. Den drit­ten Platz tei­len sich die Uni­ver­si­täts­me­di­zin Greifs­wald und die Medi­zi­ni­sche Hoch­schu­le Han­no­ver (MHH).

Bekannt gege­ben wur­den die Preis­trä­ger am Frei­tag, 23. Okto­ber 2026, zu Beginn des zwei­ten Tages des BPiK-Sym­po­si­ums „Pati­en­ten­be­tei­li­gung als Erfolgs­fak­tor für Kran­ken­häu­ser“ im kbo-Isar-Amper-Kli­ni­kum in Haar bei Mün­chen. Hajo Neu führ­te durch die Ver­lei­hung unter dem Leit­mo­tiv „Empowe­ring Pati­ents – Con­nec­ting Care“ und blick­te anschlie­ßend auf neun Jah­re Award Pati­en­ten­dia­log zurück: von der ers­ten Aus­schrei­bung 2018 über Ver­lei­hun­gen in Düs­sel­dorf, Essen und Ber­lin bis nach Haar.

Im Mittelpunkt: der Mensch – im Hubschrauber, im Kiez und am Krankenbett

Der Award Pati­en­ten­dia­log zeich­net seit 2018 Gesund­heits­ein­rich­tun­gen aus, die Pati­en­tin­nen, Pati­en­ten und ihre Ange­hö­ri­gen im Ver­sor­gungs­all­tag stär­ken: durch ver­ständ­li­che Infor­ma­ti­on, Mit­wir­kung und Mit­ent­schei­dung, Pati­en­ten­für­spra­che und die sys­te­ma­ti­sche Berück­sich­ti­gung ihrer Inter­es­sen. Die Preis­trä­ger 2026 zei­gen, wie viel­fäl­tig das gelin­gen kann.

Die Preisträger 2026

Platz 1 – DRF Luftrettung: „Kommunikation und Patientensicherheit in der Luftrettung“

Wenig Zeit, gro­ße Anspan­nung, oft lau­te Umge­bung: Bei einem Ein­satz der DRF Luft­ret­tung blei­ben für das Gespräch mit Pati­en­tin­nen, Pati­en­ten und Ange­hö­ri­gen oft nur 30 bis 60 Minu­ten. Im Flug liegt der Lärm in der Kabi­ne bei 95 bis 105 Dezi­bel. Die DRF Luft­ret­tung hat für die­se Bedin­gun­gen eige­ne Wege des Dia­logs ent­wi­ckelt. Über­set­zungs-Apps über­brü­cken Sprach­bar­rie­ren und sind auch bei gehör­lo­sen Pati­en­ten ein­setz­bar. Mehr­spra­chi­ge Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kar­ten, lami­niert und digi­tal auf dem Tablet, las­sen sich im Flug mit einem Nicken oder Dau­men beant­wor­ten. Ange­hö­ri­ge, die nicht mit­flie­gen kön­nen, erhal­ten Kar­ten mit den Tele­fon­num­mern der Ziel­kran­ken­häu­ser rund um die Sta­ti­on.

Wie gut das wirkt, prüft die DRF Luft­ret­tung sys­te­ma­tisch. Bei der Pati­en­ten­be­fra­gung im Herbst 2024 ant­wor­te­ten 316 von 1.259 ange­schrie­be­nen Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten und bewer­te­ten die Infor­ma­ti­on und das Zuhö­ren im Schnitt mit 1,3 bis 1,7. Weil rund zehn Pro­zent der Frau­en beim Trans­port fro­ren, wur­den neue Wär­me­de­cken vor­ge­zo­gen. Seit Novem­ber 2024 gibt es zudem einen Pati­en­ten­für­spre­cher, ein neu­es Hand­lungs­feld im Ret­tungs­dienst. In den ers­ten 14 Mona­ten erreich­ten ihn 103 Anlie­gen. Beschwer­den wer­den struk­tu­riert erfasst und mit dem Beschwer­de­ma­nage­ment und dem Pati­en­ten­si­cher­heits­be­auf­trag­ten ver­zahnt, der seit 2015 CIRS-Mel­dun­gen bear­bei­tet. So flie­ßen Rück­mel­dun­gen in das Ler­nen der Orga­ni­sa­ti­on ein. Ein­ge­reicht wur­de das Pro­jekt von Tho­mas Zecho.

Platz 2 – DRK Kliniken Berlin Köpenick, Pflege- und Präventionszentrum (PPZ)

Im Ber­li­ner Süd­os­ten leben über­durch­schnitt­lich vie­le älte­re Men­schen, und vie­le pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge über­neh­men ihre Auf­ga­be ohne Vor­be­rei­tung. Das PPZ, seit 2024 mit Com­mu­ni­ty Health Nur­ses (CHN) und Pfle­ge­fach­per­so­nen mit Demen­zwei­ter­bil­dung auf­ge­baut, setzt dort an. In der Pfle­ge­sprech­stun­de erhe­ben die CHNs schon wäh­rend des Kli­nik­auf­ent­halts, was älte­re Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten brau­chen, und stär­ken ihr Selbst­ma­nage­ment, etwa bei Medi­ka­men­ten, Inha­la­ti­ons­tech­ni­ken oder Blut­zu­cker­mes­sung. In der Ange­hö­ri­gen­sprech­stun­de mit dem Pro­gramm „PfiFf – Pfle­ge in Fami­li­en för­dern“ gibt es Erst­ge­spräch, Pfle­ge­an­lei­tung am Kran­ken­bett oder zu Hau­se, einen acht­stün­di­gen Pfle­ge­kurs und das monat­li­che PfiFf-Café. Die Schu­lungs­rei­he „Hil­fe beim Hel­fen“ ver­mit­telt pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen von Men­schen mit Demenz in acht Modu­len Wis­sen und Ent­las­tung; Demenz­si­mu­la­to­ren las­sen sie die Per­spek­ti­ve der Erkrank­ten erle­ben. Dazu kommt die Netz­werk­ar­beit im Bezirk, etwa Ver­an­stal­tun­gen zur Gesund­heits­kom­pe­tenz im Kiez­klub.

Platz 3 (geteilt) – Universitätsmedizin Greifswald: „Fast-Track-Pfade“

In der Kli­nik für All­ge­mei­ne Chir­ur­gie, Viszeral‑, Tho­rax- und Gefäß­chir­ur­gie beglei­ten Fast-Track Nur­ses Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten vom ers­ten Auf­klä­rungs­ge­spräch über den sta­tio­nä­ren Auf­ent­halt bis zur Nach­sor­ge. Schon vor der Ope­ra­ti­on erhal­ten sie ein Star­ter­pa­ket und ein Moti­va­ti­ons­pla­kat mit täg­li­chen Zie­len, Ange­hö­ri­ge wer­den als Mobi­li­sa­ti­ons- und Moti­va­ti­ons­pa­ten ein­ge­bun­den. Seit 2022 gibt es den Pfad für kolo­rek­ta­le Erkran­kun­gen (340 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, Ver­weil­dau­er um drei Tage ver­kürzt), seit August 2024 den Pfad für Pan­kreas­er­kran­kun­gen (94 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, rund sie­ben Tage kür­zer) und seit Sep­tem­ber 2025 den Pfad für Lun­gen­ope­ra­tio­nen (53 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, mit zehn Atem­vi­de­os zur Vor­be­rei­tung). In einer Kurz­umfra­ge gaben 80 Pro­zent an, kaum Schmer­zen gehabt zu haben.

Platz 3 (geteilt) – Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Institut für Humangenetik: GenE³-App

Nach einer gene­ti­schen Bera­tung, etwa bei fami­liä­rem Brust- und Eier­stock­krebs, füh­len sich vie­le Pati­en­tin­nen mit der Fül­le an Infor­ma­tio­nen allein gelas­sen. Die GenE³-App („gene­ti­sche Erkran­kun­gen ein­fach erklärt“) schließt die­se Lücke: Sie fragt zu Beginn Erkran­kungs­si­tua­ti­on, Fami­lie und aktu­el­le Belas­tung ab, schlägt dar­auf­hin pas­sen­de Fra­gen vor und beant­wor­tet sie mit einem KI-gestütz­ten Agen­ten ver­ständ­lich und per­sön­lich, rund um die Uhr. In einer ers­ten Stu­die bewer­te­ten Betrof­fe­ne die App mit 1,3. Sie schätz­ten die per­sön­li­che Anspra­che, die pass­ge­nau­en Infor­ma­tio­nen und das Gefühl, nicht allein zu sein. Der­zeit nut­zen sie Stu­di­en­teil­neh­me­rin­nen an der MHH. Geplant sind wei­te­re erb­li­che Erkran­kun­gen und Mehr­spra­chig­keit.

Stimmen der Träger

„Die Preis­trä­ger zei­gen, was Pati­en­ten­be­tei­li­gung im Kli­nik­all­tag bedeu­tet: zuhö­ren, ver­ständ­lich erklä­ren und Pati­en­tin­nen, Pati­en­ten und Ange­hö­ri­ge zu Part­nern machen – selbst dort, wo wenig Zeit bleibt. Als Pati­en­ten­für­spre­che­rin­nen und Pati­en­ten­für­spre­cher erle­ben wir täg­lich, wie viel es bewirkt, gehört zu wer­den. Allen aus­ge­zeich­ne­ten Teams gra­tu­lie­re ich herz­lich und dan­ke ihnen für ihr Enga­ge­ment.“

Det­lef Schliff­ke, 1. Vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands Pati­en­ten­für­spre­cher in Kran­ken­häu­sern e. V. (BPiK)

„Rück­mel­dun­gen von Pati­en­tin­nen, Pati­en­ten und Ange­hö­ri­gen sind ein Schatz, wenn man sie ernst nimmt und dar­aus lernt. Die Pro­jek­te die­ses Jahr­gangs – von der Luft­ret­tung über die Pfle­ge im Stadt­teil bis zur Chir­ur­gie und zur Human­ge­ne­tik – zei­gen ein­drucks­voll, wie das gelin­gen kann. Pati­en­ten­für­spra­che und Beschwer­de­ma­nage­ment gehö­ren dabei zusam­men. Dafür gilt allen Preis­trä­gern unser herz­li­cher Glück­wunsch.“

Mat­thi­as Bäu­er­lein, 1. Vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands Beschwer­de­ma­nage­ment für Gesund­heits­ein­rich­tun­gen e. V. (BBfG)

Es geht weiter: das Kompendium Patientendialog

Aus neun Jah­ren Award Pati­en­ten­dia­log ent­steht das Kom­pen­di­um Pati­en­ten­dia­log. Es bün­delt die Erfah­run­gen der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jek­te und zeigt, wel­che Ansät­ze sich in der Pra­xis bewährt haben. Die Pro­jek­te der Preis­trä­ger 2026 haben dar­in einen fes­ten Platz, damit ande­re Ein­rich­tun­gen von ihnen ler­nen kön­nen. Das Kom­pen­di­um erscheint als E‑Book und soll jähr­lich fort­ge­schrie­ben wer­den. Über den Erschei­nungs­ter­min infor­mie­ren wir geson­dert.

Die Jury

Die Bewer­tung lag bei einer unab­hän­gi­gen Fach­ju­ry aus Gesund­heits­we­sen, Wis­sen­schaft, Poli­tik und Selbst­ver­wal­tung. Zu ihr gehö­ren unter ande­rem Prof. Dr. Gio­van­ni Maio (Medi­zin­ethi­ker), Dr. Karl Blum (Deut­sches Kran­ken­haus­in­sti­tut, DKI) und Dr. Gerald Gaß (Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft, DKG). Ihnen und allen wei­te­ren Jury­mit­glie­dern, den Trä­gern BBfG und BPiK sowie allen Kli­ni­ken, die sich bewor­ben haben, gilt der Dank des Pati­en­ten­dia­log.

Über den Award Patientendialog

Der Award Pati­en­ten­dia­log wird getra­gen vom Bun­des­ver­band Beschwer­de­ma­nage­ment für Gesund­heits­ein­rich­tun­gen e. V. (BBfG) und dem Bun­des­ver­band Pati­en­ten­für­spre­cher in Kran­ken­häu­sern e. V. (BPiK). Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: www.patientendialog.de

Pressekontakt

Hajo Neu, Pati­en­ten­dia­log c/o Visio­ness GmbH, Berg­hei­mer Str. 104, 69115 Hei­del­berg, award@patientendialog.de

Preis­trä­ger-Logos und Bild­ma­te­ri­al auf Anfra­ge.

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