
Aktiv gesund werden: Fast-Track-Pfade mit persönlicher Begleitung
Die Universitätsmedizin Greifswald wurde 2026 mit dem dritten Platz des Award Patientendialog ausgezeichnet. Diesen Platz teilt sie sich mit der Medizinischen Hochschule Hannover. Bereits 2024 erhielt Greifswald den zweiten Platz für den Fast-Track-Pfad bei kolorektalen Erkrankungen. Nun würdigt der Award, wie die Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral‑, Thorax- und Gefäßchirurgie das Konzept konsequent auf weitere Krankheitsbilder übertragen hat.
Mecklenburg-Vorpommern ist dünn besiedelt, die Wege zur nächsten Klinik sind oft lang, und die Bevölkerung gehört zu den ältesten in Deutschland. Umso wichtiger ist es, dass Patientinnen und Patienten nach einer Operation gut vorbereitet sind, schnell wieder auf die Beine kommen und sicher nach Hause zurückkehren können.
Herzstück der Fast-Track-Pfade sind die Fast-Track Nurses. Sie begleiten Patientinnen und Patienten vom Aufklärungsgespräch vor dem Eingriff über den stationären Aufenthalt bis zur Nachsorge. Die Patientinnen und Patienten erhalten ein Starterpaket mit Atemtrainer, Informationsmaterial und Kontaktmöglichkeiten. Angehörige werden als Mobilisations- und Motivationspaten eingebunden. Schon am Tag der Operation beginnt die Mobilisation. Ein Motivationsplakat mit täglichen Zielen, das die Patientinnen und Patienten mitgestalten, zeigt Pflege, Physiotherapie und Ärzteschaft auf einen Blick, wie weit sie schon sind.
Inzwischen gibt es drei Pfade. Im Pfad für kolorektale Erkrankungen, der seit 2022 besteht, wurden 340 Patientinnen und Patienten betreut, und ihr Aufenthalt nach der Operation verkürzte sich um drei Tage. Im Pfad für Pankreaserkrankungen, den es seit August 2024 gibt, waren es 94 Patientinnen und Patienten. Hier verkürzte sich der Aufenthalt um rund sieben Tage, und seit Januar 2025 verstärkt eine zweite Fast-Track Nurse das Team. Seit September 2025 gibt es den Pfad für Lungenoperationen mit bisher 53 Patientinnen und Patienten und zehn kurzen Atemvideos, die per QR-Code schon beim Aufklärungsgespräch zur Verfügung stehen. In einer Kurzumfrage gaben 80 Prozent der Befragten an, kaum Schmerzen gehabt zu haben. Für die Nachsorge hat die Klinik zudem die Gründung einer regionalen Selbsthilfegruppe des AdP e. V. unterstützt.
Das Projekt zeigt, dass gute Kommunikation, klare Abläufe und die Zusammenarbeit aller Berufsgruppen messbar wirken. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das eine aktive Rolle im eigenen Heilungsprozess und eine frühere Rückkehr nach Hause.