
Gesundheit im Kiez: Community Health Nurses stärken Patienten und pflegende Angehörige
Das Pflege- und Präventionszentrum (PPZ) der DRK Kliniken Berlin Köpenick wurde 2026 mit dem zweiten Platz des Award Patientendialog ausgezeichnet. Seit 2024 baut dort ein Team aus Community Health Nurses (CHN) und Pflegefachpersonen mit Demenzweiterbildung Angebote auf, die Patientinnen, Patienten und pflegende Angehörige früh, verständlich und dauerhaft begleiten, auch über die Klinikpforte hinaus.
Der Bezirk Treptow-Köpenick ist älter als Berlin insgesamt: 2023 waren 8,5 Prozent der Menschen 80 Jahre oder älter, berlinweit 6,5 Prozent. Viele An- und Zugehörige übernehmen die Pflege ohne ausreichende Vorbereitung und geraten körperlich, seelisch und sozial an ihre Grenzen. Genau dort setzt das PPZ an.
In der Pflegesprechstunde erfassen die CHNs schon während des Klinikaufenthalts, welche Ressourcen, Belastungen und Unterstützungsbedarfe ältere Patientinnen und Patienten haben. Sie stärken das Selbstmanagement, etwa bei Medikamenten, beim Messen von Blutzucker und Blutdruck oder mit Atem- und Inhalationstechniken, und vermitteln die Anbindung an eine ambulante Weiterbehandlung. Für pflegende Angehörige gibt es die Angehörigensprechstunde mit dem kostenfreien Programm „PfiFf – Pflege in Familien fördern“. Es wurde von der AOK Nordost entwickelt und steht unabhängig von Krankenkasse und Pflegegrad offen. Dazu gehören ein Erstgespräch, eine Pflegeanleitung am Krankenbett oder zu Hause, achtstündige Pflegekurse in kleinen Gruppen und das monatliche PfiFf-Café. Die Schulungsreihe „Hilfe beim Helfen“ entstand gemeinsam mit der Alzheimer Gesellschaft Berlin und der BARMER. Sie begleitet Angehörige von Menschen mit Demenz in acht Modulen. Mit Demenzsimulationsboxen können sie die Perspektive ihrer Angehörigen besser nachvollziehen.
Das PPZ wirkt auch in den Bezirk hinein. Das Team arbeitet im Netzwerk „Leben im Kiez“ mit und hat die Sprecherinnenfunktion der Initiative Demenzfreundlich Treptow-Köpenick übernommen. Gemeinsam mit Partnern im Bezirk organisiert es Veranstaltungen, etwa einen Nachmittag zur Frage, wie man vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen erkennt. In der Tagesklinik lernen Patientinnen und Patienten jede Woche spielerisch, an welche Stellen im Kiez sie und ihre Angehörigen sich wenden können. Ehrenamtliche „Zeitschenker*innen“ besuchen Menschen, die in der Klinik wenig Besuch bekommen. Erkennen sie einen Hilfebedarf, geben sie ihn mit Einverständnis der Betroffenen an das PPZ weiter.
So wird aus dem Krankenhausaufenthalt ein Ausgangspunkt für eine verlässliche Begleitung. Das Ziel ist, Versorgungsabbrüche und vermeidbare Wiederaufnahmen zu verringern und die Selbstständigkeit der Menschen im Alltag zu stärken.